
Informationstafel mit Karte, Parkplatz.
12. Bergby Gård
Bergby Gård hat seine Ursprünge in der Wikingerzeit. Der Name ist bereits 1409 schriftlich belegt. Die erste bekannte Karte des Dorfes stammt aus dem Jahr 1640. Damals bestand Bergby aus fünf Hemmen (Höfen). Das Herrenhaus – ursprünglich Södergården genannt – wurde im 17. Jahrhundert erbaut. In seiner ursprünglichen Form ist das Gebäude kleiner und nach Süden ausgerichtet.


Der Buchhalter Peter Jerling aus Forsbols bruk erwarb Bergby nach den russischen Überfällen 1719 und ließ ein neues Herrenhaus errichten. Teile des Fundaments aus dem 17. Jahrhundert sind im heutigen Südflügel des Herrenhauses erhalten. 1780 kaufte Hauptmann Per Hagtorn das Herrenhaus. Dieses erhielt seinen heutigen Grundriss mit einer geraden Allee zur Hauptstraße. Das Herrenhaus ist nach Westen ausgerichtet, und ein neuer Kasernengarten mit freistehenden Beeten wurde angelegt. Die Straße von 1780, die zum See hinunterführt, ist noch erhalten. Der Bachlauf neben der Straße führte damals deutlich mehr Wasser und besaß zwei Wassermühlen (sogenannte Skaltkvarnar). Die Bergby-Tapete ist eine alte, wunderschöne Papiertapete, die in den Rättarbostaden in Bergby gefunden und über einen längeren Zeitraum neu angefertigt wurde.

Die Russen rücken vor! Vom 12. bis 18. Juli 1719 verwüsteten die Russen die gesamte Küste Roslagens von Öregrund bis Arholma. Die Gemeinde Häverö wurde von ihrem Vormarsch schwer getroffen. Sämtliche Höfe in Bergby, Norrby und Västerkulla wurden niedergebrannt. Diese russischen Verwüstungen gehen als russischer Terror gegen die schwedische Zivilbevölkerung von 1719 bis 1721 in die Geschichte ein. Zar Peters Befehl lautete: „Verwüsten und niederbrennen, so viel wie möglich.“ Die Absicht war, Schweden in „Friedensverhandlungen“ zur Anerkennung der russischen Eroberungen in Finnland und im Baltikum zu zwingen. 1809 kehrten die Russen zurück und landeten Truppen in Grisslehamn. Diesmal blieb die Küste Roslagens verschont, doch Schweden verlor ganz Finnland und Åland. Kein Wunder, dass die Angst vor Russland in Roslagen bis heute fortbesteht.

Die Familie Mattsson. 1918 erwarb der Siedler Johan Mattsson aus Söderby-Karl den Hof Bergby Gård. Der Hof befand sich damals in einem sehr schlechten Zustand. Mattsson restaurierte ihn und bewirtschaftete ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1938. Seine Tochter Amalia Mattsson übernahm den Hof 1943. Sie erwarb sich in der Gegend einen guten Ruf für ihre Fähigkeit, einen so großen Hof zu führen. Der Hof umfasst 173 Hektar und verfügt über eine Scheune, Ställe und zahlreiche Angestellte. Im Sommer vermietete sie mehrere Häuser an Gäste. Amalia blieb unverheiratet und kinderlos. Vielleicht war dies Ausdruck ihres Wunsches nach einem unabhängigen und selbstständigen Leben? 1964 verkaufte Amalia Mattsson Bergby Gård an die Gemeinde Häverö. Amalia wurde 1898 in Söderby-Karl geboren und starb 1979 in Bergby.
In der Neuzeit. In den 1960er Jahren erwarb die Gemeinde Sundbyberg Bergby Gård und gründete dort einen Ausbildungsbetrieb. 1982 übernahm ABF den Betrieb und ließ die Studenten- und Campinghütten errichten. 1997 verkaufte ABF den Bauernhof. Der Betrieb wurde bis 2019 in privater Hand weitergeführt, bis ein neuer Eigentümer übernahm. Für Bergby Gård beginnt nun eine neue Ära. Die alten Stallungen beherbergen jetzt ein Hotel mit Konferenzzentrum und Restaurant, und mehrere Grundstücke wurden aufgeteilt und als Eigentumswohnungen, Ferienhäuser und Villen verkauft. Bergby Gård erstrahlt in neuem Glanz.
Karte von Bergby Gård 2025
1. Das Herrenhaus (1780)
2. Der Neue Flügel „Häktet“ (1970er Jahre)
3. Die Logen (1960er Jahre)
4. Das Pförtnerhaus (18. Jahrhundert)
5. Lider (1880), Musikloge
6. Der Stall (1880)
7. Lagerhaus (frühes 19. Jahrhundert)
8. Garage (1920)
9. Lagerraum (1980)
10. Nicht genutzte Baurechte
11. Studentenhäuser (1985) Heute Brf Roslagsstugorna
12. Der Weg zum Wasser (1780)

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Zusätzliches Material
Senast uppdaterat kl. 21:49, torsdag 18 december 2025
