
19. Die Milchkühe
Die Milchkuh ist das wichtigste Haustier – sie liefert Fleisch, vor allem aber Milch, ein lebenswichtiges Nahrungsmittel in Zeiten ohne Kühlschränke. Früher besaßen fast alle Höfe – selbst die kleinsten – mindestens eine Kuh und einige Hühner zur Selbstversorgung. Größere Höfe boten Platz für eine umfassendere Tierhaltung; so hielt beispielsweise Norrbygård rund dreißig Milchkühe. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Landwirtschaft rasant. Bauern investierten in Melkmaschinen und Traktoren, doch traditionelle Handarbeitsmethoden blieben in unseren Dörfern bis in die 1950er-Jahre hinein erhalten. Die Milchkuh war eine tragende Säule der Landwirtschaft und eine wichtige Einnahmequelle für viele Höfe. 1979 erhielt Märta Olsson vom Hof hinter der Bergby-Schule eine Goldmedaille für 23 Jahre einwandfreie Milchproduktion. Von 1939 bis 1979 kümmerte sie sich unermüdlich um die Tiere und brachte täglich mindestens 280 Liter Wasser allein zu den Kühen.
Das Wetter ist für Milchbauern von großer Bedeutung, und 1943 wurde ein Bauernhof in Norrby zum Wetterbeobachter für SMHI ernannt. Bis heute meldet der Hof täglich die Niederschlagsmenge – somit liegen über 80 Jahre kontinuierliche Wetterdaten aus Norrby vor. Der durchschnittliche Jahresniederschlag im Zeitraum von 1943 bis 2005 betrug 594 mm. Das niederschlagsreichste Jahr war das Regenjahr 1960 mit 840 mm. Das trockenste Jahr war 1947 mit nur 355 mm, aber auch die Jahre 1955 und 1959 waren sehr trocken (die sogenannten Wespensommer).
In den 2000er Jahren verschlechterte sich die Rentabilität der Milchwirtschaft. Immer mehr Betriebe mussten schließen. Um die Jahreswende 2013/14 verschwanden die letzten Milchkühe. Heute gibt es in Norrby nur noch Pferde und Rinder, doch die Spuren der langen Tradition des Dorfes in der Milchproduktion sind noch immer sichtbar.


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Senast uppdaterat kl. 00:05, fredag 19 december 2025
